Barrieren im Internet
Vorwort
Viele Internetseiten sind scheinbar für junge dynamische Menschen die ein normierten Gerätepark verwenden, konzipiert.
Viele Webdesigner stehen auf der Standpunkt dass ein Pixelgenauen Design die einzige Möglichkeit ist ansprechende Seiten zu gestalten. Die erwarteten Besucher gehören zudem zu der Spezie Homo-Sapien-Adlerensis. Ergonomie, Benutzerfreundlichkeit usw. werden nicht oder nur unzureichend beachtet.
Die Reale Welt sieht aber ein wenig anders aus. Viele Menschen sind auf irgend eine Art behindert, manche sehen schlecht, haben eine Farbendblindheit oder sind sogar blind. Andere haben motorische Probleme oder eine Nagerphobie, schließlich ist auch die Auffassungsgabe der einzelnen recht unterschiedlich.
Ich betreue die Internetseiten einer kleine Gemeinde. Das Bildschirm meine Notebook hat eine sehr hohe Punktdichte und, deswegen, muss ich manchmal kontrollieren ob die Darstellung auf mein Monitor zu ähnliche Ergebnisse bei den Internauten führt. Ich bewege mich auch im Internet und besuche viele Seiten. Bedingt durch der hohe Punktdichte des verwendeten Bildschirmes sind die Texte von besuchte Seite meistens so klein, dass das Lesen eine Vergrößerung des Bildes (Zoomen) notwendig macht. So etwas ist nicht unbedingt ein Genuss.
Als quasi Sehbehinderten, habe ich eine gewisse Sensibilität bezüglich Zugänglichkeit von Internetpräsenzen entwickelt. Nach eine erste Phase des Lernens und die mehr oder weniger stupide Umsetzungen der Empfehlungen zur Gestaltung von "Barriere freie" Seiten, habe ich beschlossen meine Erfahrungen schriftlich zu fixieren.
Aus meine Schriftstellerische Tätigkeit wurde schnell eine pseudowissenschaftliche Arbeit. Da ich als notorischen Autodidakt den Drang verspüre Sachverhalte genau zu Ergründen, wurden einige Recherchen vorgenommen. Ich musste schnell erkennen, dass ich mich auf ein verminten Terrain begab. Schlüssige Literatur war kaum zu finden, die Dokumenten die zur Verfügung standen befassten sich meistens nur mit Teilaspekte.
Die erste Überlegung bezüglich angemessene Textgröße und Zeilenlänge für Texte hatten ein Sehphysiologisch Hintergrund. Anhand Selbsttests und Versuche mit ein geringen Anzahl an Teilnehmer gewann ich der Erkenntnis, dass Barrieren arme Internet Seiten viele Aspekten berücksichtigen müssen.
Die Wahrnehmungspsychologie und die Physiologie spielen neben ergonomische Aspekte auch eine Rolle. Gewohnheiten, Erfahrungen, Regeln der Typographie, der Drang sich umfassend mitzuteilen, die Erwartung des Betrachters viele Informationen zu erhalten müssen in der Überlegungen einbezogen werden. Dabei dürfen natürlich, die Belangen von schlecht sehenden oder Blinde, die spezielle Belangen von Menschen mit Störung der Feinmotorik und vieles mehr beachtet werden. Die Studien und Arbeiten die ich finden konnte hatten nie ein umfassenden Ansatz. Die Randbedingungen für die aufgeführten Tests wurden, zudem, kaum vollständig erfasst.
Im Zuge der immer weiter geführten Überlegungen stellten sich
immer wieder neue Fragen auf die auch einer Antwort verlangten.
Neue Erkenntnisse wurde in Frage gestellt, beispielsweise:
Wenn ein
Blocksatz erwünscht wird, kann mittels ein kleinen Javascript
hyphenator
für ein sehr gute Blocksatz-Wiedergabe gesorgt werden. Diese
Lösung ruft möglicherweise neuere Zugänglichkeit Ptpbleme
hervor. Eine Überprüfung war unerlässlich.
Grundlagen
Gesetze und Vorschriften
In Deutschland werden Behörde gesetzlich (BITV), angehalten Barrierefreie Seiten anzubieten, Firmen und private Leute unterliegen nicht das Gesetz. Jeder Form der Diskriminierung ist jedoch gesetzlich untersagt und das Begrenzen des Besucherkreis auf Homo-Sapien-Adlerensis stellt ein Vergehen dar.
W3C liefert mit die Empfehlungen WCAG Richtlinien zur Gestaltung von Webseiten. Diese sind jedoch unvollkommen. Nach der erste Fassung folgte ein zweite Version und es ist anzunehmen dass weitere folgen werden.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Medizin (BAUA) stellt Richtlinien zur Gestaltung von Arbeitsplätze auf. Auch wenn es sich dabei nicht um Web Anwendung handelt, sollten die Vorschriften auch für Webseiten gelten.
- die Zeichengröße sollte (auch bei Schaltflächenbeschriftungen) bei 50 cm Sehabstand mindestens 2,6 mm (Großbuchstaben), bei 60 cm Sehabstand 3,1 mm, generell etwa 20 Sehwinkelminuten betragen.
- die Auflösung muss der Güte des Bildschirms, insbesondere der Bildwiederholfrequenz, angepasst sein. Bei 17 Zoll Monitoren sind 1024 x 768 Bildpunkte und ab 19 Zoll min. 1200 x 1024 Bildpunkte empfehlenswert.
- bei Geräten mit Flüssigkristallanzeige (LCD) entspricht die sichtbare Bildschirm Diagonale der angegebenen. Daher dürfen LCD-Monitore bis zu 2 Zoll kleiner sein.
- die Positivdarstellung (dunkle Zeichen auf hellem Grund) sollte benutzt werden.
- Es sollten Schriftarten verwendet werden, die die Gefahr der Verwechslung von Zeichen reduzieren (überprüfbar an O und 0, U und V, S und 5)
Aus diese Empfehlungen ist ersichtlich, dass die Punktdichte der Monitoren mindestens 85 (CRT 17") Bzw. 96 DPI (CRT 19") betragen sollte. Diese Werte entsprechend eine Punkt Abstand von 0,298 Bzw. 0.264 mm. Die übliche LCD Monitoren die im Jahr 2010 verkauft werden besitzen auch eine Punkdichte von ca 96 DPI.
Wissenschaftliche Studien
Die Autoren von wissenschaftliche Studien stammen aus unterschiedlichen Lagern, den meisten befassen sich offenbar eher mit der Typographie als mit Medizinische Themen. Je nach Lager fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus.
Verschiedene Studien belegen, dass die Lesbarkeit am Bildschirm von verschiedene Kriterien wie Schrifttyp, Schriftgröße, Zeilenlänge und Zeilenabstand abhängen.
Manche Studien besagen dass eine Mindest-Schriftgröße je nach Altersstufe (12 bis 14 pt) und eine Zeilenbreite zwischen 30 und 60 Zeichen ein Optimum darstellen. Unglücklicherweise sind die Rahmenbedingungen selten vollständig wiedergeben so, dass ein abschließende Beurteilung nicht getroffen werden kann.
Arbeitsmediziner gehen nicht auf der Typographie ein, dafür legen sie mindeste Größe, abhängig vom Abstand zum Bildschirm ein.
Die Erkennbarkeit der Einzelne Buchstaben ist auch ein weiteren Aspekt welches beachtet werden muss. Serif-losen Schrift (Helvetica, Arial, Verdana, ...) bedürfen eine Größe von mindestens 12px, bei Serif-Schriften (Times,...) muss das Schriftgrad höher gewählt werden damit eine gut lesbare Darstellung entsteht.
Laut einige Autoren sind Serif-lose Schriften zu verwenden andere haben herausgefunden, dass die Lesbarkeit nicht darunter leidet wenn Serif-Schriften angewandt werden (wenn die Schriftgröße richtig gewählt wurde).
Psychologische Aspekten werden nicht oder unzureichend beleuchtet, solche Effekte dürften aber auch eine Rolle beide der Gestaltung von Web-Seiten spielen und unter anderem zu überladene Seiten führen.
Der Urheber einer Webseite möchte etwas mitteilen und oft ist vieles vorzustellen. Am besten ist es natürlich wenn alles, dicht gepackt, auf eine einzige Seite passt.
Der Besucher eine Seite hat auch Erwartungen, sein Durst nach Informationen sollte schnellsten gelöscht werden. Er erwartet dementsprechend auch eine Seite die alles, was er wissen möchte, schnell und umfassend präsentiert wird.
Dieser Drang oder Wissen (möglicherweise nur im Unterbewusstsein präsent) dürfte die Verwendung von Schriften in Briefmarkenformat stark begünstigen.
Dass einige Menschen mit solche Seiten wenig beginnen können, ist allerdings noch nicht bei alle Leuten durchgedrungen.
Der Spruch "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." sollte im übertragenen Sinn angewandt werden, dies ist auch eine Empfehlung aus WCAG. Kurze einfache und prägnante Texte sowie eine saubere Gliederung erleichtern, nicht nur für weniger begabten Menschen, das Verstehen und finden der gewünschte Informationen.
Ergonomie
Das Aspekt der Ergonomie wird zu oft vergessen. Studien, Vorschriften, Hintergründen bezüglich Sehfähigkeit des einzelnen werden praktisch nicht erwähnt. Als Anhaltspunkt zur Gestaltung einer Internetseite sollten jedoch Aspekte wie das Blickfeld und die optimale Darstellung HTML Elemente im Arbeitskontext beachtet werden. Schließlich ist die Bedienbarkeit auch zu betrachten.
Die Studie
"Visuelle Ermüdung am Bildschirmarbeitsplatz:
Individuelle Aspekte von Sehabstand und Blickneigungswinkel" besagt, dass
die Schrifthöhe, je nach Bildschirmabstand 3,5 mm bei 50 cm bis 7 mm
bei einen Abstand von 1 Meter, sein sollte. Aus diese Untersuchung ist
auch zu entnehmen, dass die meisten Menschen ein Abstand von 90 cm
vorziehen und dass das Bildschirm unterhalb der Augenhöhe in ein
Winkel von ca 12° angebracht sein sollte. Bei diesen Abstand ergibt
sich ein Zeichenhöhe von 6.3 mm. Diese Studie aus den Jahr 1999 enthält
aber nicht ausreichende Daten, wie z.B. Größe des eingesetzten Bildschirm.
Es ist anzunehmen, dass die Größe des Bildschirmes, auch auf der vom
Anwender als bevorzugte Aufstellung, eine Rolle spielt. Geräte
mit kleinen Bildschirm wie z.B. ein PDA oder ein Netbook dürften in ein
geringeren Betrachtungsabstand gebracht werden als Bildschirme mir eine Diagonale
von 56 cm (22"). Auch wenn die, zur Abstand, relative Größe der Texte
eine medizinisch korrekte Überlegung ist, kann so ein Schrift als
riesig empfunden werden. Der Proband nimmt die reelle Größe, unabhängig
vom Abstand wahr.
Vorgaben zur durchschnittliche Arbeitsumgebung
Aus der Richtlinien des BAuA ist zu entnehmen, dass der Mindestabstand zum Bildschirm 50cm betragen muss. 60 cm sind auch aufgeführt, für diese Entfernung gilt eine Höhe von 3.1 mm für Großbuchstaben (Versal Größe). Bei ein größere Entfernungen ist eine Höhe von mindestens 20 Sehwinkelminuten vorzusehen.
Heutige durchschnittliche Bildschirme dürften eine physikalische Punktdichte von ca 96 DPI aufweisen. Deswegen wir von diese Auflösung hier ausgegangen.
In den Dokumente der W3C steht auch das der Webdesigner die Einstellungen des Browser zu beachten ist und dass eine Verkleinerung des Schriftgrades nicht vorgenommen werden sollte siehe WCAG
Berechnungen und Wahl irgend welche Größen oder zahlenmäßige Ergebnisse beruhen alle auf diese Annahmen, die nicht unbedingt richtig sind aber ein gewissen Grad an Objektivität gewährleisten sollten.
Anforderungen
Schriftgröße
Bei eine entspannte Sitzhaltung am Computer ist nach meiner Auffassung eher von 70 bis 80 cm auszugehen, dies ergibt eine mindeste Höhe der Buchstabe von 3.5 mm. Trozdem sollte erstmal von ein Leseabstand von ca 60 cm ausgegangen werden.
Der Schriftgrad bezeichnet nicht die Versalhöhe der Schriften aber die der Abstand zwischen der höchste Buchstabe und der Zeichen mit der größte Unterlänge. Die Versalhöhe übliche Grotesken Schriften (ohne Serifen) beträgt dabei ca. 75% des Schriftgrades. Da die Versalhöhe 3,1 mm betragen sollte, ergibt sich ein Soll Schriftgrad von 3.1/0,75 = 4,14 mm oder in Pixel, bei 96 DPI, umgerechnet 4,14/25,4*96 = 15.522 px.
Wie es aus diese Berechnung zu entnehmen ist, dürfte die Schriftgröße von 16 px die meistens im Browser eingestellt wird, die Anforderungen des BAuA entsprechen.
Auch die Bewertung von wissenschaftliche Studien, die Größe von 12 bis 14 pt vorsehen, zeigt dass eine angemessene Größe von 12pt gerade erreicht wird wenn das Bildschirm eine Auflösung von 96 DPI aufweist und das Schriftgrad auf 16 px eingestellt wurde. Diese Werte sind ein wenig größer als die Anforderungen für Bildschirmarbeitsplätze.
In seine Dissertation
Problemfelder von Web - Accessibility
schreibt Diana Ruth:
"Dies bedeutet bei normalen Arbeitsbedingungen und guten Kontrast eine Mindesthöhe
von 3,2 mm für Großbuchstaben [60]. Die Höhe von 3,2 mm wird bei Arial 9 Punkt
oder 80 % Verdana erreicht".
Dies bedeutet, dass sie von ein mittleren Bildschirm Abstand
von ca. 62 cm ausgeht. Bei der Angabe der Größe stimmt etwas nicht ganz, die rechnerisch
ermittelte Höhe eine Großbuchstabe sollte ca 2.4 mm betragen! Eine Überprüfung
mit Firefox 3.5.9 unter Linux zeigte, dass der Angabe bezüglich der relativer
Höhenunterschiede zwischen der aufgeführten Schriften nicht vorhanden ist.
Dafür erscheinen die Kleinbuchstaben bei Verdana ein wenig größer, dies ist aber durch
ein optische Täuschung verursacht.
Dagegen sind manche Buchstaben ein wenig breiter und der Abstand zwischen die verschiedene
Buchstaben größer. Bei der Windows Plattform sind außerdem die Schriftzüge im Vergleich
zu Linux und vor allem Mac OS X wesentlich dünner.
Die Angabe 80% bei Verdana dürfte sich auf der Laufweite beziehen, nicht auf der
Höhe der Buchstaben!. Diese Behauptung war auch nicht nachvollziehbar, die Laufweite von
Arial beträgt in etwa 85 % im Vergleich zu Verdana (Abhängig vom Text).
Das wahrgenommen Kontrast hängt auch von der "Strichstärke", eine dünne Schrift wie, beispielsweise "Roboto-Thin" erscheint sehr kontrast arm und ist daher unleserlich.
Untersuchungen von Martin Liebig, bezüglich Lesbarkeit von Texte haben ergeben, dass die Größe, in Pixel, einer Buchstabe am optimalen ist, wenn die Höhe des kleinen x mindesten 7 px beträgt. Je nach Schriftfamilie ergeben sich daraus unterschiedliche Schriftgraden, die zwischen 12 und 14 px liegen. Bei der Verdana Schrift beträgt die Höhe einer Großbuchstabe z.B. 9 px wenn das x 7 Pixel benötigt. Für Arial, Helvetica und DejaVu Sans gelten auch diese Werte. Die Versalhöhe von 9px entspricht 2,4 mm und ein Schriftgrad von 12px. Diese 2,4 mm sind, von der Empfehlungen der BaUV, weit entfernt.
Die Qualität der Zeichen ist stark abhängig von der gewählte Größe. Nachstehende Bildern sollten dies zeigen. Texte mit gebräuchliche Schriften, vergrößert, ausgegeben. Die gewählten Schriften Helvetica und Arial wurden für den Druck entwickelt, DejaVu Sans und Verdana sind für die Wiedergabe am Bildschirm ausgelegt. Auf der Linke Seite wurde ein Schriftgrad von 16 px auf der Rechte von 10 px verwendet.
Die größere Schrift weist Fehlern auf wie unterschiedliche Schriftstärke aber die einzelne Buchstaben haben eine klare Form. Bei der 10 px Ausgabe sind manche Buchstaben stark verformt, manche fast bis zur Unkenntlichkeit.
Hier wurde Techniken verwendet die zu eine bessere und genehmere Wiedergabe führen sollen. Zum einem wurden manche Teile der einzelnen Zeichen unter Zuhilfenahme zusätzliche grauen Töne gezeichnet andererseits wurden die einzelne Linien ein wenig verschoben so dass die einzelne Punkten sich besser im Raster einbinden. Damit wird eine gleichmäßige Linienstärke vorgetäuscht und ein besseren Kontrast erreicht.
Leider sind die Verbesserungs-Techniken nicht immer vorhanden oder eingestellbar. Unter Umständen, können diese Verbesserungen zur eine Verschlechterung der Qualität führen. Die aufgeführten Schriften sind nicht auf jeden Rechner vorhanden. Auf Windows Rechner kann davon ausgegangen werden, dass Arial Vorhanden ist, bei Unix basierten Rechner (Mac OS X, Linux,...) ist zu erwarten dass Helvetica auf jeden Fall installiert ist. Die Schriften Verdana (Windows) und DejaVu Sans (Linux) sind in der Regel nur dann vorhanden wenn der Anwender dies explizit installiert hat.
Ein weiteren Faktor der die Lesbarkeit beeinflusst ist die Laufweite der Schrift. Wenn Arial und Verdana verglichen werden, besitzt letztere eine wesentliche größere Laufweite als Arial oder Helvetica. Bedingt durch den verwendeten Algorithmen bei den verschieden Plattformen ergeben sich recht unterschiedliche Situationen. Unter Windows hat Arial eine angenehme Laufweite Verdana ist zu breit. Unter Mac OX oder Linux ist die Laufweite von Arial zu gering, dagegen ergibt Verdana ein angemessene Bild. Ein zusätzliches Abstand von ca .0625em (1px) ergibt unter Linux für die Schrift Arial eine ähnliche Laufweite als bei Verdana (ohne zusätzlichen Buchstabenabstand).
Ferner ist zu berücksichtigen, dass Browser auch bei der Wiedergabe von Schriften einer Rolle spielen. Bei einen vorgegebenen Text ergaben sich bei der Prüfung nachstehendes:
Der Web Entwickler sollte sich dementsprechend an größere Schriftgraden orientieren und nicht davon ausgehen, dass die Wiedergabe auf andere Systeme identisch sein wird.
Augrund des erlerntes, der Erfahrungen aus den Alltags entstehen zwischen das Wahrgenommenen Diskrepanzen. Bücher und Zeitschriften werden mit kleine Schriftgrade gedruckt, der Leseabstand ist normalerweise gering. Das Bildschirm ist in der Regel weiter entfernt, dies bedeutet dass eine zur Abstand proportionale Skalierung der Schriften physiologisch betrachtet korrekt ist. Die Buchstaben werden jedoch teilweise als sehr groß empfunden das kognitive Vorgängen der Skalierung entgegenwirken und die reelle Größe offenbaren (Höhe im mm und nicht in Winkeleinheit).
Das Phänomen dürfte auch eine Erklärung für der Wahl kleinere Schriftgrade auf Web-Seiten liefern. Die Erfahrung besagt auf Bücher sind Großbuschstabe z.B. 2 mm hoch, genau so hoch müssen diese am Bildschirm erscheinen. Dass damit die Lesbarkeit verloren geht steht natürlich nicht zur Debatte.
Zeilenabstand
Aufgrund der bessere Lesbarkeit sollte der Abstand zwischen den Zeilen so gewählt werden, dass beim Rücksprung vom Ende einer Zeile bis zur Begin der neue, diese zielsicher erreicht wird. Bei zu geringen Zeilenabstand wird die Zeilenstruktur nicht ausreichend klar, bei zu großen Zeilenabstand ist die Fläche nicht optimal ausgenutzt und das Grauwert zu gering.
Zeilenabstand, laufweite der Schrift und seine Linienstärke beeinflussen alle der Grauwert des Textes, alle sollten aufeinander abgestimmt sein. Einiges hierzu findet man unter hyperkontext.at.
Die Vorgaben zur Zeilenabstand gehen von 120% bis 180% des Schrifgrades. Viele Seiten geben keinen Zeilenabstand. Oft wird 120% 140% oder 150% vorgegeben wobei letztere Wert offenbar bevorzugt wird.
Oft wird behauptet, dass Browser eine Zeilen default Zeilenhöhe von 120% eingestellt haben. Dies ist eine Behauptung die leicht widerlegt werden kann. Tatsache ist, dass jeder Schrift Beschreibung Werte für die Höhe des Quadrates welches zur Darstellung alle Zeichen, inklusive die mit Akzenten und eventuell noch Leerräume oben und/oder unten, beinhaltet. Die Zeilenhöhe ist somit abhängig von der gewählte Schrift. Die vom Browser verwendete Höhe ist auch abhängig von eventuelle Rundungsfehlern. Für einige Schriften (Arial, helvetica, Verdana,...) stimmt die Angabe fast. Bei der Schrift Lucida Sans Unicode beträgt dagegen die Zeilenhöhe ca 200%.
Die gebräuchliche Schriften wie Arial/Helvetica, Verdana usw. benötigen der gesamte Zeilenhöhe zur Darstellung der Zeichen. Unter ungüstige Umständen könnte etwas wie nachstehend gezeigt entstehen.
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Glücklicherweise sind Buchstaben mit ausgedehnte Unterlängen selten über Buchstaben mit Überlängen angeordnet. Mit eine Zeilenhöhe von 1,4 oder 1,5 em dürfte dieser mögliche Problem ausreichend entzehrt sein.
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Zeilenbreite
Die Angaben zur Zeilenbreite sind recht widersprüchlich, die verschiedene Autoren sehen 30 bis 80 Zeichen pro Zeile als Optimum vor. Siehe: Die gefuehlte Lesbarkeit und Browser-Typografie Manche Webdesigner vertreten der Meinung, dass der Anwender die Breite selbst einstellen soll (Verkleinern/Vergrößern der Größe des Browser, andere sind der Ansicht, dass eine feste Breite vorzusehen ist.
Ein Bereich welches nicht beachtet wird ist die Ergonomie. Der Betrachter sollte, ohne den Kopf drehen zu müssen oder ohne übermäßig Bewegungen der Augen, die Texte im Bereich des Hauptblickfeldes haben. Für Blinde gelten aber ganz andere Regeln, sehr lange Zeilen dürften vorteilhaft sein.
Das horizontales Gebrauchsblickfeld wird im Winkeleinheit angegeben und das Bereich in dem alles scharf erscheint beträgt ca. 20°. Texte die im Winkelbereich von bis 60° können mit extreme Augenbewegungen oder durch drehen des Kopfes erfasst werden (siehe Wikipedia). Aus diese Perspektive heraus kann eine Zulässige Breite von ca. 60 cm * sin(20°) = 20 cm oder 756 px oder ca 47 em bestimmt werden.
In eine Zeile mit 47 em dürften in etwas 115 Zeichen Platz finden. Bei dies Breite müssen die Augen 5 mal je Zeile bewegt werden (Blick-Sakkaden). Bei eine Zeilen mit ca 80 Anschläge würde die optimale Breite ca. 47 / 115 * 80 = 32 em oder 512 px (ca. 13 cm) betragen.
Bei diese Zeilenbreitenangaben werden allerdings nicht die Belangen von Blinden Rechnung getragen. Mit sogenannten Screen Reader oder Braille Zeilen ist nach jeder Zeile der Kursor in eine weitere Zeile zu bringen, wenn die Texte zu kurz sind muss der Blinde zu of die Tastatur bedienen und die Lese- Hörbarkeit der einzelne Zeilen dürfte nicht unbedingt verbessert werden.
Ein Ausflug in der Welt der Bücher und sonstige Druckmedien sollte auch einer Hilfe bei der Beurteilung einer angemessene Zeilenbreite sein. Bei Bücher werden 50 bis 60 Zeichen je Zeile gedruckt, die Zeilenbreite und damit auch das Schriftgrad werden durch den angenommen Vertikalen Leseabstand bestimmt (8 cm bei eine Entfernung von 30 cm, 11 cm Leseabstand, 40 cm). Bei Zeitungen haben sich Zeile mit einer Breite von ca. 6 cm und ca 40 Zeichen pro Zeile etabliert.
Ausgehend von diese Werte sollte die Bildschirmdarstellung unter Beachtung des Leseabstand, ca. 9 cm bis 17 cm betragen. Bei ein vergebenen Schriftgrad von 16 px fassen die einzelne Zeilen in etwa 60 bis 90 Zeichen.
Ein wesentliche Unterschied zwischen Bildschirm- und Papierausgabe ist jedoch, dass das Bildschirm mehr oder wenige unbeweglich ist, das Buch oder die Zeitung wird in die Hände gehalten und durch Bewegung der Armen kann das Papier unmerklich korrekt positioniert werden. Dementsprechend sollte eine geringere maximaler Textbreite angestrebt werden, dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein Bildschirm eine Verhältnis geringe Höhe besitzt und somit die Mindestbreite die in Anlehnung an Zeitschriften berechnet werden kann, weit vom Optimum liegt.
Das Aspekt der Zugänglichkeit für Menschen die auf Vorlesegeräte angewiesen sind, ergibt gänzlich andere Ergebnisse als die Überlegung bezüglich Lesbarkeit bei Normalsehenden.
Ein Discour wird flüssig vorgetragen, Zwangspausen gibt es nicht
und vor allem nicht mitten in ein Satz. Die Begrenzung der Zeilenbreite
wirk sich negativ auf der Verständlichkeit. Wenn Wörter umgebrochen
werden, kommt es auf eine weitere Herabsetzung der Verständlichkeit.
Die Überprüfung fand unter Linux statt. Die Audiowiedergabe erfolgte mittels
Orca, ein Lese Software die für Blinden ausgelegt wurde.
Ein Problem des Blocksatzes mit Browser ist dass die Wörter auseinander gezogen werden, wenn sehr lange Wörter vorkommen führt es unweigerlich auf sehr großen unästhetischen Abständen zwischen den verschiedene Wörter. Bei kurze Zeilen tritt das Effekt stärker in Erscheinung als bei längere Zeilen. Längere Zeilen bestehen selten aus einer Ansammlung längere Wörter und sind daher besser für den Blocksatz als kürzere geeignet.
Wenn ein Blocksatz erwünscht ist sollte die Zeilenbreite relativ groß sein, die zusammen gesetzte Ungestümer der Deutsche Sprache sollten in ihre einzelne Teile aufgelöst werden. Aus Donauschifffahrtskapitän sollte Donau Schifffahrt Kapitän werden.
Tastaturnavigation
Die Navigation über der Tastatur ist sowohl für Blinden wie für motorisch behinderten Menschen ein wichtiger Hilfsmittel.
Eine Typische Webseite besteht aus verschiedenen Abschnitten, Menüs, Inhalt und sehr oft eine weitere Bereich mit zusätzliche Links. Das Navigieren mittels Tasten kann sehr anstrengend sein, vor allem wenn jede Menge an Links angesprungenen werden müssen um irgendwann endlich auf den Bereich zu kommen welches begutachtet werden sollte.
Ein wichtiger Hilfsmittel sind sogenannten Skiplinks die nur angezeigt werden wenn die Navigation über der Tastatur erfolgt und das Platzieren auf den gewünschte Bereich erlaubt (Menü, Inhalt, ...).
Bei der Tastatur Navigation sollte der motorisch behinderten Mensch klar erkennen welcher Link gerade aktiv ist. Dies bedeutet, dass die Darstellung des jeweiligen Link so verändert sein muss, dass leicht ersichtlich ist wo der Kursor sich gerade befindet.
Die Reihenfolge der angesprungene Links soll auch logisch erfolgen.
Ein weiteres Hilfsmittel sind die "Access Key". Accesskey sollten es erlauben bestimmte Bereiche mit genormte Tastenkombination anzusteuern. Das Standard Vorschlag hierzu ist:
Horizontal angeordnete Auf klapp Menü werden gerne verwendet. Für Blinde sind dies nicht, ohne ein zusätzliche Unterstützung von Javascript, geeignet. Sie sollten vermeidet werden, vor allem wenn es viele Ebene gibt. Eine vertikale Anordnung ist vorzuziehen.
| Zugangstasten | Empfohlene Funktion |
| Alt+0 | Startseite |
| Alt+1 | Hilfe / Informationen zum Webauftritt |
| Alt+2 | Nächste Seite (falls vorhanden, z.B. in einer mehrseitigen Ergebnisliste), |
| Alt+3 | Vorherige Seite (falls vorhanden, z.B. in einer mehrseitigen Ergebnisliste), |
| Alt+4 | Glossar / Lexikon |
| Alt+5 | keine Empfehlung und vom jeweiligen Anbieter zu vergeben |
| Alt+6 | Gesamtübersicht / Inhaltsverzeichnis / Sitemap |
| Alt+7 | Suchfunktion oder erweiterte Suche mit Suchoptionen |
| Alt+8 | Schnellnavigation (falls vorhanden) oder Übersichtsseite zu einem einzelnen Artikel oder Dokument |
| Alt+9 | Kontaktseite |
Als Mittel der Barriere freie Implementierung werden auch Tab-Index empfohlen. Durch Nummerierung der Links, wird die Reihenfolge des Ansprechen gesteuert.
Layout
Layouts werden nicht von der WCAG Empfehlungen erfasst. Das Layout beeinflusst aber die Lesbarkeit (für Menschen die auf Hilfsmitteln angewiesen sind). Auch die Ergonomie sollte beachtet werden.
Einfache Layouts mit eine feste breite ist sicherlich nicht optimal für Blinden, Seiten die nur ein klein Bereich der zunehmend größere Bildschirme in Breitformat sind ergonomisch nicht das wahre, vor allem wen die Breite zu gering ist und noch dazu am linken oder sogar am rechten Rand klebt.
Zur Zeit werden, oft, Webangebote mit ein Kopfbereich, mehrere Spalten. üblicherweise 3 und schließlich ein Fußbereich. Viele diese Seiten besitzen eine feste Breite. Das Schriftgrad ist meistens zu gering gewählt und wenn ausnahmsweise die Frontgröße in EM oder % angegeben ist, wurde der Weg verbaut das Schriftgrad an der eigene Bedürfnisse anzupassen. Die Texten ragen aus den vorgesehenen Bereich heraus oder die Textzeilen werden so kurz dass ein flüssiges Lesen nicht mehr möglich ist.
Ein Fehler welches gerne begangen wird ist es die Seite links auszurichten. Bei breite Bildschirme dürfte es ziemlich unangenehme Nebeneffekte bringen. Da nicht alle Webbetreibern den gleichen Weg gehen, ist eine ständige Anpassung an der Seiten notwendig. Mal muss gezoomt werden, mal soll das Kopf in der richtige Richtung gedreht werden. Dass der Webbesucher auch sich zur Bildschirm beugen muss bleibt nicht erspart, schließlich variiert die üblichen Schriftgröße zwischen 9 bis 16 px.
Ein weitere Aspekt welches beachtet werden sollte ist die Seitenbevorzugung. Demnach sollte eine eher rechtsgerichteten Seite besser sein als eine Seite die ganz links angeordnet ist. Gemäß der Daten die in diese Erhebung aufgeführt werden sind über 75% der Testteilnehmern im Bezug auf den Auge, rechts lateralsiert. Dies bedeutet, dass das rechte Augen bevorzugt angewandt wird, falls nur das auch im Webdesign einbezogen werden. Biokulares sehen nicht möglich ist. Diese Bevorzugung sollte
Farbgebung und Kontraste
Sehbehinderung bedeutet vieles, die Sehstärke kann zu gering sein oder manche Farben werden nicht unterschieden (z.B. Rot/Grün Farbblindheit).
Bei der Gestaltung der Webpräsenz ist dementsprechend auf ein ausreichenden Kontrast zu achten und die Farbgebung soll nicht dazu führen dass manche Elementen nicht zu sehen sind.
In der Anfangszeiten des Computers wurde eine reine Textausgabe vorgenommen, das Hintergrund war schwarz und die Buchstabe mit helle Punkten dargestellt. Neben Grün und Amber wurden auch Bildschirme mi weiß leuchtenden Phosphor verwendet. Aus dieser Zeit stammt die weiße Texte auf schwarzen Hintergrund zu generieren. Bei der ältere Monitor Generation, war die zweckmäßig, bei neueren, die auf der Wiedergabe von schwarzen Texte auf hellen Hintergrund ausgelegt sind, ist es unangebracht. Sehr oft sind Helligkeit und Kontrast der Monitoren falsch eingestellt und die weiße Buchstaben sind zu hell im Verhältnis zur Hintergrund. Das Augen stellt sich auf eine mittlere Helligkeit ein, das weiß ist so hell, dass es zu Blendung kommt.
Lösung dürfte es sein, helle Flächen oder linien ein wenig heller darzustellen und die Dunklere Partien geringfügig aufzuhellen. Dabei muss auf ein hinreichenden Kontrast geachtet werden.
Bilder
Viele Internetseiten beinhalten Bilder die zur Dekoration, Anzeige einen Text dienen oder die Personen, Landschaften usw. zeigen. Menschen die eine Sehschwäche besitzen, sollten auch im Genuss diese Elementen kommen. Daher ist es wichtig, dass die Bilder skalierbar sind und eine ausreichende Größe besitzen damit nicht wichtige Details (Schrift) bei der Vergrößerung verloren gehen.
Auf viele Seiten die nicht dazu ein zu geringe Schriftgrad verwenden werden Bilder als Textersatz angeboten. Durch eine Skalierung (zoomen) werden diese Texte nicht besser lesbar, ganz im Gegenteil.
Gemäß WCAG sind texte mit den alt Attribute und gegebenenfalls mit den Attributen title und oder longdesc zu versehen. Dies gerade für Blinden wichtig, die Texte müssen aussage kräftig sein.
Animationen
Manche Menschen haben mit bunte animierte Bilder Probleme, das Flackern kann zu erhebliche Probleme führen, daher sind Animationen zu vermeiden.
Texte
Texte sollten im Sinn der Barriere Armut einfach sein. Hier wird der Dichter gefordert, Informationen müssen knapp und verständlich präsentiert werden.
Längere Texte, dies bedeutet Meldungen, Beschreibungen und ähnliches sollten grundsätzlich ohne Verkleinerung des Schriftgrades erfolgen. Kurze Texte (z.B, Impressum, Kontakt oder Begriffe die z.B. in der Fußleiste sind) dürfen bis zu maximal 75% des Browser Default erfolgen, dies entspricht ein Schriftgrad von 12 px bei ein Defaultschriftgrad von 16 px.
Wenn Serif lose Schriften zu verwenden sind, sollten die Bildschirm optimierten Schriften vor den nicht optimierten deklariert werden: z.B. Verdana, "DejaVu Sans", Arial, Hevetica, sans-serif
Bei Verwendung von Serif-Schriften ist entsprechend zu verfahren. Zusätzlich sollte das Schriftgrad um ca. 15% erhöht werden.
Tabellen
Tabellen wurden früher als Mittel der Gestaltung verwendet. Tabellen sind jedoch nicht das Mittel der Wahl wenn Blinde in der Lage versetzt werden sollen ein Seite zu "sehen". Daher sollten Tabelle nur zur Repräsentation von entsprechendes Material verwendet werden.
Javascript
Webseiten sollten grundsätzlich auch ohne Einsatz von Javascript in eine ausreichende Art un Weise dargestellt werden können.
Javascript darf z.B. zum Validieren von Formulare verwendet werden, falls die Javascript Engine abgeschaltet ist muss dennoch das Formular bedienbar sein.
Der exzessiven Einsatz von Javascript ist nicht Barriere frei und Alternative sollen vorhanden sein so dass der Genuss der Seiten nicht beeinträchtigt wird.
Eigene Untersuchungen
Ausgehend aus verschiedene Überlegungen und eigene Vorab Tests, wurde ein Text ein nicht repräsentative Gruppe an Probanden vorgelegt.
Das Schriftgrad betrug 100% (16px den Default der von den jeden Probanden verwendeten Browser). Die Zeilenlänge betrug 43em, den Zeilenabstand 1,5em. Als Schriften wurde Verdana, DejaVu Sans, Arial, Helvetica und sans-serif vorgegeben. Alle Probanten dürften entweder Verdana oder die recht ähnliche DejaVu Sans zur Gesicht bekommen haben.
Die Probanten sollten angeben ob die Texte zu groß, zu klein oder in Ordnung sind. Bezüglich Zeilenbreite lautete die Frage ähnlich. Es sollte darüber hinaus begutachtet werden ob der Text gut lesbar ist.
Das Messen der Lesezeit und ähnliches wurde nicht vorgenommen, das subjektiven Eindruck sollte eine hinreichenden Aussagekräftigkeit ergeben.
Damit die Ausgabe besser beurteilt werden können, wurde noch Daten über das Bildschirm abgefragt und die Angabe des Leseabstand (Strecke Augen bis Bildschirm) erfragt. Ziel war es die tatsächliche Gegebenheit beim Anwender zu ermitteln und normierte Werte generieren zu können. Diese normierten Werte dürfen allerdings nicht als Maß alle Dinge betrachtet werden. Die Wahrnemungsspychologischen Aspekte spielen wahrscheinlich eine größere Rolle.
Die Ausage fast alle Probanden war dass sowohl Schriftgröße wie auch die Zeilenbreite gut waren. Die Lesbarkeit wurde bis auf ein Fall als sehr gut bezeichnet.
Die normierte Zeilenbreite (Abstand 60 cm) betrug 16.7 cm, die Spannbreite lag zwischen 13 und 22 cm. Die normierte Höhe der Großbuchstaben lag bei 4,3 mm (3 bis 4,7 mm). Die Punktdiche der eingesetzten Monitore varierte zwischen 80 und 132 dpi und hatte eine durchschnittliche Wert von 96 DPI.
Die Entfernung der Probanden zur Bildschirm betrug durchschnittlich 68cm.
Interessant war die Bemerkungen von zwei Testpersonen:
Ein Testkandidate äußerte das die Buchstaben außergewöhnlich groß seien, aber dass dafür es seine alterssichtigkeistschwäche entgegen kommt. Diese letzte Angabe ist wahrscheinlich zu relativieren, viele Internetseiten werden mit ein Schriftgrad von ca 12 px angeboten und eine Vergrößerung auf 16px erscheint natürlich, gegenüber das gewohntes, groß. Die Vorlage entsprach nicht das gewohntes und widersprach die Erfahrungen die er gesammelt hatte.
Ein weitere Testperson mit starke Sehschwäche meinte, dass
die Buchstaben zu groß seien und dass die Zeilen wesentlich breiter
hätten sein können.
Dies Kandidatin hatte zuvor keine Erfahrung mit Computer.
Die am Bildschirm angedeuteten Position der Ränder entsprach
in etwa die Erwartungen aus den Umgang mit Bücher (Breiten
Verhältnis der Ränder zum Text).
Das Flattersatz wurde auch bemängelt, Bücher werden mit
Blocksatz versehen.
Nachdem ich verkündet hatte, dass das Layout und die Textgrö0e
aus ergonomische Aspekten gewählt wurden, revidiert die Kandidatin
seine zuvor geäußerte Meinung und berichtete über die Vorzüge
des Layout, keine Kopfbewegung, leichte Lesbarkeit, unentspannte
Sitzhaltung, ...
Ein weiteren Probanden beurteilte die Schriftgröße, auf beide verwendeten Systeme (86 dpi Bzw. 100 DPI) als zu hoch. Dafür wurde die Zeilenbreite als Optimal beurteilt. Der Anzahl an Zeilen die gleichzeitig im Blickfeld waren wurden als zu gering für ein Schnellleser erwähnt.
Auf das Monitor mit der gröbste Auflösung (80 DPI) und demzufolge eine Versal Höhe der Buchstaben von 5 mm, wurden sowohl Schriftgröße als Zeilenbreite als gut empfunden. Das Monitor hatte eine Seitenverhältnis von 16:9 (430 x 255 mm). Das Bildschirmformat dürfte, dementsprechend, einer Rolle spielen.
Für ein der Teilnehmer waren sowohl die Größe der Buchstaben und der Zeilen zu groß. Er hat ein 19" Bildschirm mit einer Auflösung von 1280x1024 Punkten, dies ergigt eine Punktdichte von ca 86 DPI. Die Buchstabenhöhe beträgt dabei 4,7 mm und die Zeilenbreite 20 cm. Das Leseabstand lag bei 60 cm. Diese Person verbringt viel Zeit am Bildschirm und ist auch Betreiber einer Webseite. Die Erfahrungen und Erwartungen führten natürlich zu dieser Urteil. Die rund 33 % mehr an Höhe gegenüber das gewohntes Schriftbild waren zu viel. Bezüglich Zeilenbreite, meinte er, dass es besser sei den Anwender die Breite einstellen lassen zu können (Festlegung der Größe des Browserfensters. Letztere Auffassung teile ich auch, orientiere mich, hier, aber an der Gewohnheiten der Surfer Mehrzahl die alles auf volle Bildschirm Größe bringen müssen, auch wenn der Inhalt nur aus eine einzelne kleine Buchstabe besteht. Die normierte Zeilenbreite besaß auch die größte Ausdehnung bei den errechnete Werten.
Ein Teilnehmer, ein Webdesigner fand der eingestellte Zeilenbreite ideal (relativ zum Schriftgrad). Die Zeichenhöhe wurde nicht bemängelt und als gut befunden. An diese Stelle spielten die Erfahrungen und Gewohnheiten keine dominierende Rolle.
Ein Blocksatz wäre aus ästhetische Gründen erstrebenswert, leider erfüllen heutige Browser in keiner Weise die technische Anforderungen die zu einen sauberen Blocksatz führen würden. Hierfür ist der Einsatz von Javascript notwendig. Das Umbrechen der Wörter ist nicht ratsam wenn Hilfsmitteln verwendet werden. Dementsprechend sollte ein Flattersatz verwendet werden.
Selbstversuche
Das Vorgehen klingt erstmal gefährlich, glücklicherweise sind die aus der Selbstversuche möglicherweise entstehenden Schäden sehr überschaubar.
Augrund der gesammelte Daten wurde versucht auf eine objektive Art zu beurteilen ob die Aussagen der Probanden stark von deren Gewohnheiten geprägt sind oder ob die den Tests zu Grunde liegende Größen doch ungeeignet waren.
Da die technische Daten der eingesetzten Geräte bekannt waren war eine entsprechende Einstellung problemlos vorzunehmen. Dass den Eindruck subjektiv belastet wird. war natürlich klar.
Bei der Voruntersuchungen hatte ich mein Verhalten am Bildschirm beobachtet und die Verhältnisse am normierten Bildschirm begutachtet. Den anfängliche Gefühl war, dass die Größe von 100% (16px und ein Bidldschirm mit 96 DPI) vielleicht ein wenig übertrieben waren. Spätere Tests ergaben ein gänzlich abweichenden Eindruck. Dies scheint die ursprüngliche Annahmen zu bestätigen.
Eine Vergrößerung des Schriftgrades auf 111% die die geringere Punktdichte der Monitoren von 2 Probanden entsprach ergab zwar relative große Buchstaben und breitere Zeilen, diese empfand ich aber nicht übermäßig. Dies steht natürlich im Widerspruch mit den erste Erfahrungen und läßt sich leicht mit der Zunahme an Erfahrungen erläutern (Wahrnehmungspychologie).
Da ich zu der Minderheit an Leute gehöre die nicht jeder Fenster Bildchirmfüllend mögen, habe ich kontrolliert wie die Breite des Inthaltsbereiches im Browser oder Pdf-Anzeigeprogamm normaler weise eingestellt war. Bemerkenswert war dass die Bildschirm Darstellung in etwa die Werte für den Druck auf ein DIN A4 Blattes entsprachen.
Geräteeigenschaften
Bildschirm
Das Bildschirm des Betrachters hat nicht unbedingt ähnliche technische Daten wie das Bildschirm des Webdesigner.
Die Punktdichte variiert stark. Mit Punktdichte von ca 80 DPI bis 150 oder gar 200 DPI muss gerechnet werden.
Die Größe und die Seitenverhältnisse gehorchen auch nicht ein fest definiertes Standard. Die Formate 4:3, 5:4, 16:9 und 16:9 sind weit verbreitet. Ebenso sind Monitore mit eine Diagonale vo 7 bis über 40 Zoll im Einsatz.
Entsprechend diese Vorgaben sind einige Aspekte zu berücksichtigen. Die Fläche im Browser sollte optimal ausgenutzt werden, wobei die Verwendung der gesamte Breite nicht unbedingt das richtige ist (Zulässige Zeilenbreite). Ebenso sollte das Inhaltsbereich im Blickfeld des Besucher sein, dies bedeutet eine Zentrieren des Hauptinhaltes.
Bedingt durch die große Spannbreite an Punktdichte kann nicht erwartet werden, dass die Seiten auf jede Bildschirm in eine geeignete Größe erscheinen. Die Seiten müssen dementsprechend skalierbar sein.
Moderne Browser bitten alle die Möglichkeit des Zoomen, einzig Opera bittet eine fest einstellbare Größe. Safari, Chrome, Firefox ermöglichen alle das Zoomen über der Tastatur oder mittels Tastatur + Maus. Da jede neu angesteuerte Seite in seine Wiedergabe Größe unter Umständen angepasst werden muss, ist das händisches Zoomen eine Zumutung.
Über den Mittel Schriftgrad Einstellung kann mit Jeden Browser festgelegt werden wie Groß die Texte wiedergegeben werden. Dies ist eine schöne Sache, unglücklicherweise hat jeder Webmaster eine eigene Meinung über die optimale Schriftgröße. Wenn die Texte auf eine normierte Größe (Defaultwert des Browser) belassen werden und auf konsequenter Weise relative Größenangaben verwendet werden, ist die Vorgabe des "Zoom-Faktor" durch Einstellung des Schriftgrades möglich. Dies setzt aber auch voraus, dass alles, inklusive Bildmaterial, mit relative Größenangabe versehen ist.
Über sogennanten "User Style Sheets" können auch für einzelne Seiten oder alle Seiten, Attribute zur Darstellung der Seite(n) angegeben werden. Wenn nur das Schriftgrad zu ändern ist, kann leicht die gewünschte Darstellungsgröße erzwungen werden.
Tastatur
Heute werden oft tragbare Rechner eingesetzt. Damit sind für unzähligen Anwendern die Acesstasten (Kombination ALT + Numerische Taste) schlecht verwendbar.
Menschliche Eigenschaften
Web Designer
Der Webdesigner kann ein Profi sein, dann sollten fundierte Kentnissen erwartet werden, dies ist aber selten der Fall.
Der Laie der eine Seite gestaltet kann leicht der Auffassung werden, dass was er auf den eigenen Bildschirm sieht auch genau das ist was zukünftige Besucher der Web Präsenz sehen werden.
Es kann erwartet werden, dass der Entwickler der Beruflich diese Tätigkeit nachgeht ausreichende Wissen über die verschiedene Hardware und Software Möglichkeiten besitzt. Dem ist aber leider nicht so.
Viele Entwickler ignorieren einfach, dass Bildschirme unterschiedliche Punktdichte, Verhältnis Höhe/Breite usw, besitzen. Bei unzureichenden Sachkenntnisse führt dies zu Fehldarstellungen oder zu nicht funktionieren manche erwünschte Funktionalität.
Seitenbesucher
Die Anwender einen Computer haben alle ihre eigene Präferenzen. Viele maximieren alle Fenster, andere stellen Breite und Höhe der einzelnen Fenster auf das gewünschte Format. Letzte Kategorie dürfte aber zur Minderheit gehören.
Solche Marotten sollten bei der Gestaltung von Internetseite berücksichtigt werden.
Für Menschen die auf Hilfe wie Screenreader oder Braillezeile angewiesen sind, dürften Seiten deren Hauptinhaltsteil sehr breit sind das besseres sein. Der "normaler" Mensch sollte zumutbar sein, gegebenenfalls die Breite des Fensters anzupassen.
Falls das Layout eine Feste Breite vorsieht, sollte das Hauptbereich in etwa mittig platziert sein. Die feste Breite darf in keinen Fall in Oixel oder ähnliches angegeben werden.
Software
Zur Darstellung, am Arbeitsplatz, von Web Inhalte werden in der Regel wenige Browser verwendet. Das, zur Zeit, in Deustchland am meisten verbreitete Browser dürfte FireFox sein. Als zweite große Gruppe sind verschiedene Versionen des Internet Explorer im Einsatz. Safari und auch das auf der gleiche "Rendering eingine" aufbauenden Google-Chrome und Konqueror sind auch weit verbreitet. Manche ziehen aber Opera vor.
Alle diese Browser haben ihren Vorzüge und ihre Schwächen, manche sogar nur letzteren.
Die Unterstützung von Menschen mit Sehschwächen oder motorische Probleme bittet jede Browser. Da es keine Richtlinien gibt, fällt diese aber recht unterschiedlich aus.
Opera glänzt bei der Unterstützung der Tastaturnavigation, versagt bei manches aber auch. Das Einstellen einer Vergrößerung kann mittels Tastatur oder sowohl per Maus als mittels der Tastatur in ein Auswahlbox stattfinden. Eine Unterstürzung für Blinde ist nicht vorhanden.
Konqueror bittet einige Extras bezüglich "Accesskey", die Ergebnisse sind aber nicht immer berauschend. Dafür werden die Seiten automatisch, entsprechend der Bildschirm Punktdichte skaliert
Google-Chrome hat einige Probleme mit Skiplinks und führt keine automatische Skalierung wie Konqueror vor. Eine Unterstützung für Blinde ist nicht vorhanden.
Internet Explorer (6) ist ungenügend, was der saubere Darstellung von per Tastatur angewählten Links und bittet keine extra Funktionalität. Eine Unterstützung für Screenreader ist vorhanden (Zusatzpakete).
Firefox hält sich streng an der Norme und bittet keine extra Funktionalität, dafür funktioniert (fast) alles nach Spezifikation und Screenreader werden unterstützt (Gnome - Orca).
Bei der Darstellung kann es bei beinahe jeden Browser zur Fehler kommen. Was unter Firefox funktioniert kann unter Umständen bei Opera zur gänzlich andere Ergebnisse führen. Die von Safari und Google-Chrome verwendete WebKit Komponente ist auch nicht frei von Fehlern.
Einige Browser erlauben es auch eine minimale Schriftgröße vorzugeben. Diese Idee ist zwar nett ist allerdings, aufgrund des fehlerhaften Code von manche Webseiten, kein Allheilmittel.
Die Väter von WebKit gehen auch einige Wege die nicht immer verständlich sind, früher waren Größe wie 1 cm oder 1 pt genau spezifiziert, unter Safari und Google-Chrome sind diese relativ zur Punktdichte des Bildschirmes. Der Hintergrund ist pragmatische Natur, viele Webseiten sind miserable gestaltet und funktionieren nur dann korrekt, wenn der Browser auf eine vermeintliche Bildschirm Punktdichte von 96 DPI eingestellt ist. Damit werden Fehler der Webdesigner eher gefördert als entgegen gewirkt. Dieses Vorgehen scheint mir zweifelhaft zu sein, manche Anwendungen erfordern dass 1 cm genau 1 cm ist.
Zusammenfassung
Eine Webseite für alle Menschen und Anforderung exakt zu gestalten ist einfach nicht machbar. Kompromisse müssen eingegangen werden. Eine bessere Unterstützung der Belangen der Menschen mit besonderen Problemen kann vom Browser zum Teil wahrgenommen werden. Dies setzt aber voraus, dass jede Webseite ein ausreichend spezifiziertes Standard entspricht. Einiges könnte durchaus vom Browser abgefangen werden, dürfte aber auch neue Probleme aufwerfen.
Die Empfehlungen von WCAG 2 bezüglich Größe der Texte scheint sehr empfehlenswert zu sein. Gravierende Nachteile (für normale Menschen) sind in Regelfall nicht vorhanden, die Zugänglichkeit wird verbessert.
"Amtliche" Empfehlungen bezüglich Zeilenbreite sind nicht vorhanden, den noch sollten zu kurze Zeile nicht vorhanden sein. Sie erniedrigen die Zugänglichkeit.